„da braucht man ja jetzt nicht so wirklich was für“: Eine qualitative Analyse impliziter Wissensbestände von Schüler*innen im Bereich „Musik-Erfinden“
Autor/innen
Jakob BereznaiDateien
Abstract
Der vorliegende Beitrag fokussiert implizite Wissensbestände von Schüler*innen im Bereich Musik-Erfinden und fragt nach deren machtbezogenen, strukturell-gesellschaftlichen Implikationen. Empirische Grundlage des Beitrags sind drei leitfadengestützte Gruppendiskussionen mit Schüler*innen der Jahrgänge 10 bis 12 zum Thema Musik-Erfinden. Mithilfe der dokumentarischen Methode nach Bohnsack (2013) wurden implizite Wissensbestände und kollektive Orientierungen der Schüler*innen rekonstruiert. Beispiele für solche Orientierungen sind die Konstruktion dichotomer Kategorien, dieExklusivität der Kategorie Komponist*in bzw. Komponieren sowie die hierarchische Überordnung der sogenannten europäischen Kunstmusik im Kontext des Komponierens. Die Diskussion der Ergebnisse vor dem Hintergrund von Überlegungen zu symbolischer Gewalt zeigt, dass die Schüler*innen in ihren sozialen Praktiken implizit zur Reproduktion und Legitimation gesellschaftlicher Ein- und Ausschlüsse beitragen.
